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Der junge Deutsch-Iraner David Ali Sonboli tötet in München neun Menschen. 35 Verletzte hat die Polizei registriert. Laut SZ stellte die Polizei insgesamt 58 Patronenhülsen sicher, von denen bis auf eine alle aus der Tatwaffe stammen sollen.

Es sieht nach einem Amoklauf ohne jeden politischen Hintergrund aus. Der junge Mann war zuvor polizeilich nicht aufgefallen. Ali S. wurde in München geboren und wuchs dort auf. Zu seinen Motiven kann ich mir sehr wohl einen Reim machen, während unsere Politiker immer noch im Nebel stochern und falschen Lösungsansätzen folgen.

Welche Konsequenzen müssen nach dem Amoklauf in München gezogen werden?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach sich in der ARD dafür aus, die Einsatzkonzepte der Polizei noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Weiterhin strebt er eine breite gesellschaftliche Debatte über gewaltintensive Computerspiele an. Unser Bundesinnenminister sucht auch nach Möglichkeiten zur Verschärfung des deutschen Waffenrechts. Quatsch mit Soße. Hilfloses Stochern im Nebel …

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte in der „Welt am Sonntag“, dass man in extremen Situationen auf die Bundeswehr zugreifen könne. Vizekanzler Sigmar Gabriel sagte der Funke Mediengruppe, man müsse nun weiter alles tun, um den Zugang zu tödlichen Waffen zu begrenzen und streng zu kontrollieren. Von den Sozialdemokraten kommt der Ruf nach einer massiven Aufstockung der Polizei, so der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka zur „Welt“. Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Wissen die es wirklich nicht besser?

Die Lösung ist viel einfacher, deutlich preiswerter und auch schneller umzusetzen. Das Richtige tun …

Nach meinem Gefühl war der Hauptauslöser für den brutalen Amoklauf von München das jahrelange Mobbing von Ali S. an seiner Schule. Nach eigenen Aussagen sei er sieben Jahre lang von Türken und Arabern gemobbt worden.

Gehen wir 10 Jahre zurück und schauen uns die Tagebuchaufzeichnungen des Amokläufers von Emsdetten (Sebastian B., 18) und seinen Mitteilungen im Internet sowie Aussagen von ehemaligen Mitschülern an. Daraus geht hervor, dass er jahrelang ein Opfer von Mobbing in der Schule gewesen war, was als Hauptursache für seinen Amoklauf gesehen wird (vgl. Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung): „Er hatte Angst vor Gewalt und Schikanen anderer Jugendlicher, entwickelte daraus Hass- und Rachegefühle.“

B. schrieb selbst: „Es sind nicht Airsoft oder Musik, die mich Leute töten lassen, ihr seid es! Airsoft half mir zu treffen, worauf ich zielte! Musik half mir, wenn ich verdammt niedergeschlagen war.“

Dass B. nach seinem eigenen Online-Tagebuch, auch Aussagen von Mitschülern deuteten dies an, während seiner gesamten Schulzeit und besonders exzessiv vom fünften bis zum achten Schuljahr Mobbing schutzlos ausgeliefert war, nahm man nicht ernst.

Man muss es ganz klar sagen: Die Toten von München sind die Opfer der schlechten Politik unserer Regierungsparteien. Unser schönes Land wird von talentfreien Leuten regiert, von Charakterlosen, von Feiglingen und Heuchlern. Das würde ich so deutlich nicht schreiben, wenn der Amoklauf von München die erste Bluttat eines Mobbing-Opfers wäre. Nach Emsdetten (10 Jahre später) hätte die Politik alle notwendigen Konsequenzen ziehen müssen, um die Risiken für solch grausame Taten zu minimieren. Nichts ist passiert. Nichts von Belang …

Meine Lösungsansätze:

Erstens: Wir brauchen dringend ein neues Schulfach mit dem Namen Lebensschule. Unsere Kinder sollten schon frühzeitig lernen, was Rücksicht, Nachsicht, Empathie, Respekt, Verachtung, Mitleid, Haltung, Freude, Ärger, Tugend, Abneigung, Liebe, Hass, arm, reich, Werte, Gesetzestreue, Wahrheit, Lüge, Handeln, Unterlassung, Recht, Unrecht, Kreativität, Optimierung, Gewinn, Verlust, Toleranz, Verzeihen, Vergebung, Gerechtigkeit, Ungerechtigkeit, Vertrauen, Gemeinwesen, Persönlichkeit, Anstrengung, Ehrgeiz, Rache, Glück, Unglück, Mut, Feigheit, Denken, Familie, labil, stabil, Mobbing, Sympathie, Lernen, Gefühl, Menschlichkeit, Profit, radikal, Klugheit, Dummheit, Tüchtigkeit, Fleiß, Faulheit, Achtung, Gemeinsinn, Eigensinn, Frieden, Unfrieden, Gewalt, Höflichkeit, Frechheit, Ausgrenzung, Zufriedenheit, Solidarität, Bewunderung, Schlichtung, Brutalität, Sozialkompetenz, Mitgefühl etc. pp. in ihrem zukünftigen Leben für eine Bedeutung haben könnten.

FÜR‘S LEBEN LERNEN!

Und das in jedem Schuljahr, in jeder Woche; am besten drei Mal, je eine Stunde. Das wäre ein wichtiger Anfang, um zukünftigen Amokläufen und anderen Straftaten vorzubeugen. Würden wir das nur endlich flächendeckend tun, der Gewinn für unsere Gesellschaft wäre enorm.

Zweitens: Eine einheitliche Schulkleidung, wie sie schon in einigen Regionen (und Ländern) sehr erfolgreich eingeführt wurde, wäre ein riesen Schritt in Sachen Lernoptimierung und sozialen Zusammenhalt. Ob nun in Bayern Hirschhornknöpfe oder an der Küste ähnlich traditionell gehandhabte Designs kreiert werden, sollte jedem Bundesland und auch jeder Bildungseinrichtung selbst überlassen sein.

Schulkleidung stärkt die Position der Schwachen in der Klassengemeinschaft. Für Schüler, die Schulkleidung tragen, ist das, was sie sind, wichtiger, als das, was sie haben. Deshalb führt Schulkleidung nicht zu Gleichmacherei sondern fördert die individuelle Entwicklung der Schüler. Modefragen und egozentrische Selbstdarstellung sind am Vormittag kein Thema. Selbstwertgefühl wird aufgrund von Persönlichkeit und Sozialkompetenz erworben, nicht über die Identifikation mit Markenkleidung. Nicht nur ich teile die Ansicht, dass eine einheitliche Schulkleidung zu höheren Lernergebnissen und zu einer besseren Integration ausländischer Schüler/innen führen würde.

Vor etwa 12 Jahren schrieb ich dazu:

 

„Wissen ist Vermögen, mit dem man glänzen kann.“


Auch hier möchte ich die Empfindungen des Amokläufers von Emsdetten hinzuziehen: „Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen „Freunde“. Hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden.“

Eine einheitliche Schulkleidung wäre ein wichtiger Baustein, um die Risiken zukünftiger Amokläufe und anderer Straftaten zu minimieren.

Drittens: Die härteste Maßnahme, die ich ohne zu zögern einführen würde, ist die klare Ansage an alle Bildungsverweigerer mit Migrationshintergrund, dass jeder, der die Schule permanent schwänzt oder nicht den notwendigen Fleiß aufbringt, um einen vernünftigen Abschluss zu erlangen, mit Volljährigkeit in das Land seiner Ahnen abgeschoben wird. Keine Sozialleistungen und kein Hartz IV für Bildungsverweigerer mit Migrationshintergrund.

(t.a., 25. und 26.07.2016

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