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Foto: Pixabay

OPD

Die ARD-Miniserie „Die Stadt und die Macht“ hat mich ausgezeichnet unterhalten.

In den Verriss einiger Medien kann ich nicht einsteigen. Man rechnet in Zuschauer-Quoten. Das ist schon der größte Fehler. Schlichte Gemüter zappen zum ZDF-Klassiker „Der Bergdoktor“, politisch interessierte erfreuen sich an „Die Stadt und die Macht“. Alles gut. Ein jeder hat seine Präferenzen.

Von mir ein Daumen hoch für ARD-Programmdirektor Volker Herres und Regisseur Friedemann Fromm.

Und einen Daumen hoch für das ausgezeichnete Spiel von Anna Loos, Thomas Thieme, Burghart Klaußner, Martin Brambach, Jürgen Heinrich, Renate Krößner, Carlo Ljubek u.a.

Aus meiner persönlichen Beobachtung und Erfahrung kann ich sagen, dass diese Mini-Serie 100 % Reality war. Leider. Und es ginge noch deftiger …

Noch ohne politische Gestaltungskraft, hat man selbst mir schon unverblümt gedroht: „Du weisst aber schon, dass eine Kugel gar nicht so teuer ist.“ oder „Hast du keine Angst, dass du mal einen ungeplanten Autounfall haben könntest.“

Wer die Serie gesehen hat, und auch sonst vom Leben weiß, wird meine Aussage deuten können, die ich vor gut fünf Jahren aufgeschrieben habe:


„Weg vom Schmuddel-Image der Esel, Kakerlaken und Hyänen muss die Politik das Hollywood der Geistes-Elite werden. Weltweit …“


„Die Stadt und die Macht“ ist ein Lehrstück

Mit einer monatlichen Entschädigung in Höhe von 2.951 Euro (steuerpflichtig), zzgl. einer steuerfreien Kostenpauschale von 870 Euro bekommt die Berliner Bevölkerung eben nur Personal von der Güte eines Karl-Heinz Kröhmer oder Manfred Degenhardt. Herausragende Talente würden sich den Knochenjob (wenn man ihn richtig macht) nicht antun. Nicht für das Geld.

Unser gesamter Politbetrieb ist von nichtsnutzigen Dilettanten, charakterlosen Selbstoptimieren und Mitläufern verseucht, weil die großen Talente in ihren ausgesuchten Berufen ordentliches Geld verdienen; niemals in die Politik wechseln würden.

Das Jahresgehalt aller 149 Berliner Parlamentarier beträgt etwa 6,8 Millionen Euro. Allein die Fehlplanung des Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ kostete dem Steuerzahler bisher 3,7 Milliarden Euro.


“Die Politiker, die wir haben, sind ihr Geld meist nicht wert. Und die Politiker, die wir bräuchten, bekommt man nur mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten.”


Unser Gemeinwesen würde aufblühen und gedeien wie nie zuvor, wenn man Politiker nach Eignung, Talent und Charakterfestigkeit aussuchen würde. Das 10-fache sollte man denen bezahlen, und der Staat würde immer noch günstiger fahren, als heute, weil die Missstände, die Milliardenverschwendungen, deutlich abnehmen würden.

Nur am Beispiel von Berlin: Zahlt den 149 Parlamentarieren nicht 6,8 sondern 68 Millionen Euro, aber spart 3 Milliarden (und mehr).

Wer fürstlich entlohnt wird, folgt nur seinem Auftrag und Gewissen. Bestechen, verführen, in die falsche Richtung lenken, oder kaufen, lassen sich solche Menschen nicht.

(t.a., im Januar 2016)