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Chanel Store in Monaco, Foto: Hans Braxmeier

OPD

Paris – Modedesigner Karl Lagerfeld (84) hat in einer französischen Talksendung Flüchtlinge in Deutschland pauschal als „die schlimmsten Feinde“ der Juden bezeichnet und damit für Empörung gesorgt.

Lagerfeld sagte am Samstagabend in einer Sendung mit Moderator Thierry Ardisson beim Sender C8: „Man kann nicht, selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, Millionen Juden töten, um danach Millionen ihrer schlimmsten Feinde kommen zu lassen.“ Zuvor hatte der Modedesigner noch bekräftigt, dass Merkel seiner „Meinung nach“ einen großen Fehler gemacht habe.

Nun ja, Angela Merkel hat in ihrer bisherigen Amstzeit weit mehr als nur “einen großen Fehler“ gemacht, so viel ist sicher. Für diese Aussage gibt es keinen Punktabzug für Karl Lagerfeld. Dagegen ist seine Pauschalisierung, dass Millionen nach D eingereiste Muslime die „schlimmsten Feinde“ der Juden darstellen, grober Unfug. Es gibt definitiv ernstzunehmende Probleme mit muslimischem Antisemitismus gegen Juden, aber (!) nicht alle Muslime sind ihre „schlimmsten Feinde“.

Vor Karl Lagerfelds Lebensleistung ziehe ich meinen Hut, aber seine größten Stärken liegen eben doch in der Mode und nicht in der politischen / gesellschaftlichen Analyse. Karl Lagerfeld ist – nicht despektierlich gemeint – ein ’Fachidiot’, ein großer Künstler, ein Meister, der viel von seinem Handwerk versteht, aber wenig von anderen Dingen. Alles gut!

Falls Lagerfelds krasse Überzeichnung (kalkuliert?) etwas in Bewegung setzen sollte, damit sich die von der Politik schändlich vernachlässigten Missstände um muslimischen Antisemitismus in Europa deutlich verbessern, dann wäre der Modedirektor von Chanel am Ende doch noch das große Genie in der gesellschaftlichen Analyse – und ein erfolgreicher Weltverbesserer . . .

(t.a.)

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