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Die politischen Denkfabriken – Think Tanks, wie sie im Englischen heißen – sind allesamt Totgeburten, wenn man sich den Zustand unserer Welt genauer betrachtet.

Die Grundidee, neben den politischen Establishments unabhängige Denkschulen zu betreiben, ist großartig und gut, wenn da nicht die Finanzierungsprobleme wären. Meine geliebten Großeltern pflegten stets zu sagen: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Und so mussten auch alle bisherigen Versuche, eine wertvolle “Denkfabrik“ zu betreiben, kläglich scheitern. Weltweit …

“Brookings“ in Washington, 1916 gegründet, wird bis heute als einflussreichste Denkfabrik im Westen gehandelt. Gewiss nur aus dem Grund, weil alle anderen Think Tanks mit der Schulnote 6 abgefallen waren und “Brookings“ sich mit Ach und Krach auf eine 5- gerettet hatte. Und wenn hierbei überhaupt von “einflussreich“ gesprochen werden kann, dann sicher nur in der Hinsicht, dass es “Brookings“ u.a. bis heute recht zuverlässig gelungen ist, den hierarchischen Netzwerken der globalen Finanz- und Wirtschaftsoligarchen eine stets saftige Schlachteplatte zu servieren.

“Brookings“ Ruf ist reine Legendenbildung von denen, die diesen Saftladen finanzieren – und von jenen, die es nicht besser wissen.

1916 gegründet, aber keine Strahlkraft gegen die Weltwirtschaftskrise von 1929 gehabt? Wie hat “Brookings“ im Vorfeld der Finanzkrise von 2007 analysiert und gegengesteuert? Was hat “die einflussreichste Denkfabrik im Westen“ jemals zu dem Wahnsinn geschrieben, das jeder noch so verkommene, charakterloseste und unfähigste Lump, Staatsgeschäfte übernehmen kann? Warum sind die “Brookings-Koryphäen nie auf die Idee gekommen, dass die Völker geeignete Politiker/innen nur über umfangreiche Eignungstests (Numerus Clausus) auswählen sollten, damit nicht jeder Charakterzwerg ein Land in den Ruin regieren kann. Den „Brookings-Opportunisten“ ist nie in den Sinn gekommen, dass die Völker ihren Politiker/innen viel bessere Verdienstmöglichkeiten bieten müssen, damit sich die größten Talente, die klügsten Köpfe eines Landes für eine politische Karriere entscheiden. Warum wohl?



Odysseus vermochte es, allen Versuchungen zu entsagen. Den globalen Denkfabriken gelang dies bisher nicht.


Nur schlecht bezahlte, talentfreie Politiker lassen sich von der fünften Gewalt in die gewünschte Richtung lenken – zu nahezu jeder Schweinerei verführen.

Die altehrwürdige „New York Times“ veröffentliche im September 2014 einen interessanten Artikel zum Thema Denkfabriken. Demnach hat “Brookings“ großzügige Geldspenden von Katar angenommen; einem Land, das seit Jahren politischer Fürsprecher und Finanzier der Muslimbrüder, Protektor der Terrororganisation Hamas und Anlaufstelle für andere islamistische Radikale ist.

„Wenn Kongressmitglieder einen Brookings-Bericht lesen, sollten sie sich bewusst sein, dass sie nicht die ganze Geschichte bekommen“, sagt Saleem Ali, der als Visiting Fellow beim “Brookings Doha Center“ in Katar gearbeitet hat und heute Professor an der Universität von Queensland in Australien ist. Bei seinem Vorstellungsgespräch habe man ihm schon gesagt, er könne in seinen Berichten keine Kritik an der katarischen Regierung üben. Seit der Eröffnung der Zweigstelle in Doha 2009, sei das ein ungeschriebenes Gesetz gewesen, sagte er der „New York Times“.

„Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“.

“Brookings“ sollte den Laden dicht machen, so wie alle anderen Schein-Denkfabriken auch, wie die ‚Carnegie Corporation of New York‘, die ‚Atlantic Philanthropies of the World‘, die ‚Stanley Foundation‘, die ‚W. K. Kellogg Foundation‘, die ‚Rockefeller Foundation‘, die ‚Ford Foundation‘ und nicht zuletzt auch die ‚Open Society Foundations‘ von Multimilliardär George Soros. Alles nutzlose Vereine, die nichts, aber auch wirklich gar nichts zur Weltverbesserung beitragen.

Eine wahrhaftige, eine aufrichtige Denkschule analysiert die gesellschaftlichen Zusammenhänge, Entwicklungen und Probleme unvoreingenommen und neutral – ohne jede Einflussnahme von außen.

Wer bei seinen Analysen Rücksicht auf die Interessen irgendwelcher Regierungen, Unternehmen, Institutionen oder Geldgeber nimmt, ist dem Verrat näher als jeder Tugend. Das Kerngeschäft einer politischen Denkschule muss das nachhaltige Wohl und die Zukunft ganzer Völker und nicht einzelner Interessengruppen sein. Gäbe es nur eine einzige, herausragend arbeitende Partei, bräuchten wir keine außerparlamentarischen Denkfabriken, weil die meisten Grundkonzepte weltweit angewendet werden könnten. Sehen die Völker, wie andere Gesellschaften blühen und gedeihen, würde sofort “abgeschrieben“ und nachgeeifert werden. Aber: Ein Vorbild fehlt …

Alle politischen Denkfabriken haben die Welt seit 100 Jahren um ihre möglichen Erfolge betrogen.

Gelingt es einer neuen Partei nur einmal, wirklich herausragende Staatskunst zum Wohl aller Gesellschaftsschichten anzuwenden, wäre es vollbracht: Die meisten Völker würden nach den neuen Konzepten leben wollen; es dem Vorbild nachtun.

(t..a., 11.04.2016, 19.25 Uhr + Überarbeitung am 09.10.2017)


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