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Politiker, die glauben, dass nach der Wahl vor der Wahl ist, sollten sich dringend einen anderen Beruf suchen.

Regiere klug, verantwortungsvoll und mit Herz, aber nie ohne Autorität und manch harter Hand; selbst dann, wenn viele dich verfluchen werden. Nach dem zweiten Jahr werden dich umso mehr Menschen verstehen, sogar Gefallen an deiner Regierungskunst finden. Nach dem dritten Jahr wird dir die Mehrheit folgen, die Zahl der Zweifler überschaubar sein.

Da nicht nur Amors Köcher zuweilen giftige Pfeile tragen, wirst du jede Schlange, jede Intrige, jeden Verrat in all seinen Varianten kennen gelernt haben; keine noch so schändliche List wird dir erspart geblieben sein. So geprüft fällt das Regieren im vierten Jahr zunehmend leichter und fängt erstmals an Freude zu machen, da die Zeit der großen Schlammschlachten mit dem politischen Gegner, den Charakterzwergen und Hetzern, nahezu vorüber ist.

Nach dem letzten, dem fünften Regierungsjahr, ist es vollbracht: Die Früchte deiner Arbeit unübersehbar, die meisten Zweifler eines Besseren belehrt; die Menschen glücklicher und zufriedener als je zuvor. Und das alles, weil du zu keinem Zeitpunkt an deine Wiederwahl gedacht hast. Das Regieren stand im Vordergrund. Das Richtige tun; den Menschen und deinem Land nach bestem Wissen und mit allen Kräften dienen. Wer so Dienst tut, wird die Menge für sich gewinnen und auf ewig das Zepter halten.

Unsere derzeitige Bundeskanzlerin kann es ein bisschen, aber nicht herausragend, wie es notwendig und machbar wäre.

Sie wirkt überhöht, weil ihre politischen Gegner und Höflinge von schwachem Profil sind. Sie glänzt wie Katzengold auf einem Misthaufen von Stümpern, charakterlosen Selbstoptimierern und Feiglingen. Ein Diamant ist Frau Dr. Merkel leider nicht. Aber den brauchen wir dringend in Deutschland, im alten Europa, in der Welt.

(t.a., im Dezember 2015)



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